Textatelier
BLOG vom: 2026-06-22

Frauke Roloff: Triptychon im Museum begeisterte

Autor: Hienz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

Mit einem Interview mit der Künstlerin

 


Triptychon
 

Nach längerer Zeit besuchte ich wieder das Städtische Museum Schopfheim. Auslöserin war die Biologin und Künstlerin Frauke Roloff in Schopfheim-Kürnberg. Sie erzählte mir, dass im Museum im Rahmen der Ausstellung „Meine Heimat – mein Ort“ ein von ihr geschaffenes Triptychon (dreiteiliges Kunstwerk) hängt. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und ging flugs ins Museum. Nicht nur die Künstlerin, sondern auch viele Personen und Vereine haben Exponate zur Mitmach-Ausstellung über die Heimat beigesteuert.

Dann sah ich das Triptychon, das mich begeisterte. Das Triptychon ist eine Assemblage aus Natur- und Kunstmaterialien. Die Maße sind gross: 180 cm breit und 120 cm hoch. Das dreiteilige Werk besteht aus Naturmaterialien, wie altes Holz, Moos, Rinde, Knochen, Frucht- und Samenstände, Austern, Federn, Schneckenhäuser, Schafwolle, Bienenwachs. Damit noch nicht genug. Die Künstlerin hat in ihrem Werk auch Objekte aus der Menschenwelt verwendet, wie beispielsweise Spitzendeckli, Stola-Reste, altes geschnitztes Brett, Rundumpanorama  der Hohen Möhr und ein Gedicht von Johann Peter Hebel.

Der linke Teil des Triptychon thematisiert den Beheimateten, er würdigt  das Pflanzliche.

Die Mitteltafel stellt den Fokus auf dem Kulturellen und die rechte Tafel fokussiert die tierische Welt.

Begleittext
Neben dem Werk steht der folgende Begleittext:
„Um Erinnerung und Beheimatung geht es der Künstlerin: Unter einem Rundpanorama unter der Warte der Hohen Möhr reihen sich Fundstücke, Erinnerungen und Naturmaterialien aneinander, die ein reiches Kaleidoskop zum Thema `Heimat` ergeben.“

 


Linkes Teil
 


Mittleres Teil
 


Rechtes Teil
 

 

Interview mit der Künstlerin

Wie kamen Sie zu der Idee des Triptychons?
Ein Triptychon ist ein klassisches altarähnliches Kunstwerk: drei Tafeln, die mittlere etwas größer, die sich um eine gemeinsame Aussage gruppieren und drei zusammenhängende Qualitäten verbildlichen. In diesem Fall ist es zentral der sich beheimatende Mensch, der von seinen zwei Mitwelten der Pflanzen und Tiere flankiert wird. Diese Dreiheit bot sich regelrecht an, wollte ich eine Hommage an diesen Ort entwerfen und mich auch inhaltlich der Thematik "Heimat" annähern.

Wie wurde Ihr Werk von der Bevölkerung beurteilt?
Ich bekam viele positive Rückmeldungen. Die Menschen schätzten die Vielfalt der Dinge, die auf den Tafeln zu entdecken sind wie auch die assoziativen Bezüge, die sich einem besinnenden Betrachten ergeben.

Welche Zeit benötigten Sie für die Herstellung des Triptychons?
Die drei Bretter lagen mehrere Wochen immer zugänglich in meiner Werkstatt und wurden nach und nach mit Objekten bestückt, die während des alltäglichen Lebens und Arbeitens auf mich zukamen. In dieser Zeit richtete ich meinen inneren Fokus auf HEIMAT - wie eine Art von innerem Klang, mit dem ich mich durchtränkte - und lauschte auf die Resonanzen, die in der Außenwelt wahrnehmbar waren. 

Diese Arbeit liegt einige Jahre zurück und als das Schopfheimer Museum seine Ausschreibung zum Thema Hebel&Heimat lancierte, habe ich lediglich Teile der Moospolster erneuert, alles andere blieb bestehen, gleichermaßen gültig geblieben. Allerdings habe ich diesmal versucht die Quelle des Gedichtes zu recherchieren und bin irgendwie nicht ganz fündig geworden. Ich habe damals es als ein Werk von Peter Hebel vermittelt bekommen und es sträflicherweise unhinterfragt auf ein altes handgeschöpftes Büttenpapier gedruckt, da es so wunderbar zu den Horizontskizzen vom Hohe-Möhr-Turm passte. Heute bezweifel ich, dass es stilistisch aus seiner Feder stammt....

Aber egal, es bringt trotzdem ein wunderbares Augenzwinkerschmunzeln zielsicher in die Mitte des Triptychons zum Thema "Heimat"... 

Un bisch e Frûnd vo Gottes Welt,
Hangsch nit alleinig nur am Geld,
Häsch Sinn für das, was schön und guet,
Für G'nuß, der ein nie reue tuet,
So gang au Du dörthi uf d'Möhr
Kei ander Plätzli bietet mehr!
Und was no d'r Usschlag git:
's isch d'Heimet, wo das Plätzli lit!

Dank: Vielen Dank für die wertvollen Infos und das Interview.

 

Anhang
Die Künstlerin hat sich auch einen Namen gemacht mit der Rauchbrandkeramik. Momentan sind im Rebmann-Museum des schweizerischen Laufenburg in einer Gemeinschaftsausstellung diese Keramiken zu sehen.

Internet
www.schopfheim.de
https://www.rehmann-museum.ch/museum/programm/energies-fossiles
https://rauchbrand.art/

 

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