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BLOG vom: 06.08.2021

Erlebte Natur: Tausendguldenkraut und ein Admiral

Autor: Heinz Scholz, Wissenschaftspublizist, Schopfheim

 


Tausendguldenkraut
 

Am Montag, den 02. August 2021, wanderten wir zu dritt von Holzen ausgehend zur Hasenberghütte und auf einen anderen Weg zurück. Unser Wanderorganisator Toni von Lörrach setzte die Tour auf den Nachmittag an. Das war unser Glück. Um 14 Uhr regnete es noch, dann besserte sich das Wetter innert 30 Minuten. So konnten wir bei Sonnenschein die Tour beginnen und ohne Regen zu Ende führen.

Wie schon erwähnt, waren wir nur zu dritt (Claus, Toni und ich), da die anderen Wanderfreunde verhindert waren. Wir liessen uns Zeit, die Besonderheiten am Wegesrand zu erkunden. Was wir da alles sahen, war erstaunlich. Mittels einer App identifizierte Claus einige nicht so bekannte Pflanzen.

Eine Rarität unter Pflanzen
Wir sahen Kratzdisteln, Aronstabgewächse, Staudenknöterich mit den großen Blättern, Klette, Glockenblumen, eine weisse Krabbenspinne und die Gemeine Waldschwebfliege auf Blüten der Klette. Dann gab es noch eine Überraschung. Nach vielen Jahren sah ich an einem schattigen Wegesrand eine Ansammlung von Pflanzen des Echten Tausendgüldenkrautes (Centaurium minus/ Erythracea centaurium). Die Pflanze ist geschützt, aber nicht direkt gefährdet, wird aber immer wieder verbotenerweise gepflückt und als Heilpflanze gesammelt. Die Heilpflanze wird bei Appetitlosigkeit und Magenbeschwerden verwendet. Unsere Vorfahren waren von der Heilwirkung so überzeugt, dass sie der Auffassung waren, es sei „tausend Gulden“ wert.

 


Gemeine Waldschwebfliege
 

Insekt gross und plump
Dann folgte eine weitere Überraschung: Auf einer Klettenblüte sah ich ein mir unbekanntes Insekt, das auffallend gross und plump gebaut war. Der Hinterleib war glänzend und schwarz gefärbt. Es ähnelte einer Hummel. Das Insekt verhielt sich sehr ruhig, es war wohl mit der Aufnahme eines leckeren Pollens beschäftigt. Zu Hause studierte ich das Buch „Insekten überlebensgross“ von Matthias Helb und wurde fündig. Das Insekt war die Gemeine Waldschwebfliege.

Wir hatten natürlich auch Augen für die schöne Landschaft. Den schönsten Ausblick genossen wir auf dem Rastplatz "Golfplatzblick"oberhalb von Kandern. Von hier aus sahen wir den Blauen, Gleichen, Schloss Bürgeln und die Sausenburg. Schöne Ausblicke hatten wir auch an der Hasenberghütte.

 


Buddleja mit Admiral
 

Ein Admiral im Blickfeld
Nach einer kurzen Rast wanderten wir auf einen anderen Weg nach Holzen zurück. Als wir an einem Garten vorbei schlenderten, sahen wir auf den schönen Blüten der Buddleja (Schmetterlingsflieder) einen Admiral, der mit seinem langen Saugrüssel Nektar aufnahm. Kennzeichen des Schmetterlings sind ein leuchtendrotes Band auf dunklem Untergrund und die weissen Flecken in den Spitzen der Vorderflügel.  Es gelang mir neben Fotos auch ein Video zu machen.

Es war für uns alle eine wunderschöne Tour auf Wald- und Feldwegen. Dabei konnten wir unsere Kenntnisse in Botanik auffrischen und so manch Neues entdecken. Wir waren so begeistert, dass wir die Wanderung mit den anderen Wanderfreunden nochmals unternehmen wollen.

 

Anhang: Für Interessierte ist die Wegstrecke hier einzusehen.

https://www.komoot.de/plan/tour/

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