Jules Bloch (1947 – 2026) – Monument eines «Landjuden» im aargauischen Surbtal
Autor: Pirmin Meier, Historiker und Schriftsteller, Aesch/LU
Red- Am 17. März verstarb mit Jules Bloch ein mit seiner Heimatgemeinde Endingen in einmaliger Treue verbundener israelitischer Mitbürger. Bis zuletzt repräsentierte er vor Ort jüdische Gläubigkeit und Kultur. Dr. phil. Pirmin Meier, Klassenkamerad von Jules an der Bez. Endingen, blickt in unserem Artikel, grossteils gedruckt mit schönen Illustrationen in der «Botschaft» v. 28. März 2026, auf den geschichtlichen Hintergrund einer liebenswürdigen Persönlichkeit zurück. Basis dafür ist auch die generationenlange Verbundenheit der Würenlinger Metzgerfamilie Meier mit der Viehhändler-«Dynastie» Bloch. Für den Historiker war der Verstorbene schon zu Lebzeiten eine Denkmalfigur des einstigen Landjudentums.
Das alemannisch-schweizerische Landjudentum, wie es sich auch im Zurzibiet und entlang des Hochrheins entfaltete, ist geprägt durch behördlich verfügtes Zusammenleben von Christen und Juden je im ländlichen Raum, wohin die Israeliten gesetzlich ghettoisiert wurden. Nebst dem Surbtal wurden Gailingen vis à vis von Stein am Rhein und Wangen am Untersee zu Siedlungen dieser Art. Symbol dieser Zwangs-Ökumene war die «Doppeltür», was in Lengnau und Endingen unterdessen als Kulturdenkmal gewürdigt wird. Unfreiwillig insofern, als den Juden Haus-und Grundbesitz untersagt war. Dafür durften sie Kredite gewähren und Kaufgeschäfte treiben. Der bei ihnen häufige Beruf des Viehhändlers, dem Jules unbeschadet hauptberuflicher Mitarbeit bei der Bank Bär noch nach der Pensionierung treu blieb, beruhte einst auf schikanösen Vorschriften. Im System «Doppeltür» wurden Kühe und Pferde vielfach statt verkauft nur «geleast», ein Anlass zu Konflikten. Dafür gehörte dem Christen das Haus, der Bau-Kredit und oft noch anderes hingegen dem jüdischen Mitbewohner. So musste man sich buchstäblich zusammenraufen. Es war zum Beispiel der Lebensstil eines «Moses Ainstein», der zur Zeit der Surbtaler jüdischen Ansiedlung in Wangen nördlich Steckborn lebte, bevor sich die Vorfahren des späteren Genies stadtwärts nach Ulm verzogen. So geschildert von Jakob Picard, dem Chronisten eines Landjudentums. Als dessen letzter originaler Repräsentant in Endingen verdient Jules Bloch einen Eintrag ins Geschichtsbuch. Die erste Grabstätte der Surbtaler Juden bei Koblenz erinnert an Gailingen und Wangen mit ähnlichen Friedhöfen wie heute in Lengnau an das verflossene Hochrhein-Judentum.
Heimat seit 300 Jahren
Über diese Welt am Hochrhein schrieb ihr Chronist Picard: «Ich lebe seit 300 Jahren in Wangen am Bodensee.» Für Jules, massgeblich engagiert für die israelitische Kultusgemeinde, könnte dasselbe für Endingen gelten. Mit seiner Gattin Raymonde erfreute er sich am Aufwachsen seiner Kinder Marc und Esther. Diese führt zusammen mit ihrem Mann David Krammer in Lengnau das jüdische Altersheim Margoa. Dass die Blochs nicht aussterben, dafür bieten unterdessen fünf Enkelkinder Gewähr, noch dazu deren zehn von Bruder Max Bloch (*1951). Der Gründer und Mitinhaber des Zürcher Bankgeschäfts Bloch & Partner, ist zutiefst heimatverbunden und Präsident des Vereins zur Pflege und Erhaltung des 1750 begründeten jüdischen Friedhofs Endingen-Lengnau.
Auf diesem historischen Gottesacker wollte Julius Bloch, Sohn des Sigmund (gest. 1991), die letzte Ruhe finden. Über Jahrzehnte war er mit dem kürzlich verstorbenen Winterthurer Sylvain Wyler die Stimme der Kleingemeinden im Zentralkomitee des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG). Dank Geselligkeit und heimatlicher Verwurzelung, Mitmachen in Vereinen und als gemütlicher wie kenntnisreicher Gesprächspartner pflegte er im Surbtal und weit darüber hinaus eine ungeheuchelte flächendeckende Volksnähe, ein geschätzter und beliebter Mitbürger.
Jules hat unter den Einheimischen die jüdische Kultur, den Glauben inbegriffen, wohl wie kein zweiter gelebt und gleichzeitig repräsentiert. Zu meinen frühesten Erinnerungen an Jules gehört die vom hervorragenden Deutsch-, Geschichts- und Lateinlehrer Dr. Ernst Kaufmann organisierte Schulreise nach Morgarten (1959), wo der Klassenkamerad sich einen «koscheren» Landjäger einverleibte. Im Allgemeinen aber bevorzugte er Süsses, was mithin zu seinen fast einzigen bekannt gewordenen «Sünden» zu gehören schien. Einladungen zu Essen lehnte er nach Mitteilung eines Klassenkameraden ab. Andernfalls müssten sie extra wegen ihm neue Pfannen anschaffen. Konnte er jüdische «Fundis» durchaus kritisieren, nahm er Speisevorschriften äusserst ernst.
Auch bei der Einhaltung des Schabbats, als Bezirksschüler mit Verzicht auf Schreiben am Samstag und beim Tragenlassen seiner Mappe auf dem Schulweg kannte er keine Kompromisse. Zuletzt bei seiner Abdankung auf dem heimischen «beis oulem», dem «guten Ort», wie der Friedhof auf Jiddisch heisst, eigentlich «Haus der Ewigkeit». Die Beisetzung im Erdgrab war auf den Tag nach seinem Hinschied (18. März) angesetzt Trotzdem fand sich, bei heftigem Wind und Ansprachen ohne Mikrofon, eine imponierende Trauergemeinde von Juden und Christen ein. Erstere kamen oftmals aus dem Raum Zürich, unter den christlichen Trauergästen nebst Vertretern der Gemeinden viele Gefährten aus Bauernstand und Gewerbe, unter den Klassenkameraden ing. agr. ETH Viktor Schmid aus dem Weiler Husen, der geschichtsbewusste Viktor Laube (Endingen) und die international hoch angesehene ETH-Professorin Silvia Dorn-Mühlebach.
Viehhändler im Surbtal um 1900: 16 Juden und 1 Christ!
Meine letzte Begegnung mit Jules Bloch erfolgte unlängst auf dem Badener Schartenfels, wo sich die ehemaligen Bezirksschüler seines Jahrgangs (1959 – 1963) trafen. Mit dem leutseligen Kollegen Seite an Seite Platz zu finden, war umso spannender, als er mit dem ihm freundschaftlich verbunden gewesenen Alt-Metzgermeister Urs Meier (1939 – 2024) über Vater Sigmund, Grossvater Edmund und Urgrossvater in einer Art schicksalhaften Verbindung gestanden war. Diese Bezüge lebten wieder auf, als Jules nach seinem Rückzug aus dem Bankgeschäft in alten Tagen sich noch das Viehhandels-Patent angeeignet hatte, auch als Hommage an die Tätigkeit seiner Vorfahren seit mindestens 200 Jahren. Dies in Konkurrenz zu den Dreyfus, Guggenheim, Wyler, Weil und Ris, die ebenfalls diesem Gewerbe nachgingen. Um 1900 gab es nach Kurt Schmid im Surbtal 17 Viehhändler, davon 16 Juden und als einzigen Christen Hans Schmid, genannt unter dem Hausnamen «s’Grumartis im Vogelsang». Jules unterstützte beim Viehhandel seinen Vater bis zu dessen Ableben, erwarb sich aber das Patent zu diesem Beruf erst in späteren Jahren.
Es führt in die Irre, den heutigen Stolz auf die einstigen Juden-Dörfer Endingen und Lengnau zur ländlichen Idylle zu verniedlichen. Der Historiker und Alt-Nationalrat Andreas Müller hat 2004 am Beispiel der Wirtschaftsgeschichte von Lengnau auch düstere Perspektiven aufgezeigt, unter anderem auch die Konkurswelle unter den Christen beim Massenauszug der Juden in städtische Gebiete, nicht zu vergessen die bekannten früheren Spannungen. Wegen der oben beschriebenen komplizierten Eigentumsverhältnisse, auch den Waldbesitz der alteingesessenen Landsleute mit «Bürgernutzen», war auch die bürgerliche Gleichstellung der Juden im Aargau und besonders im Zurzibiet äusserst umstritten. In dieser Sache machte bekanntlich die «Botschaft» und die damals noch vom Kulturkampf schikanierten Katholisch-Konservativen Opposition. Es kam 1862 zur Gesamtabwahl des aargauischen Grossen Rates. Im Abstimmungskampf wurde ähnlich der Polemik gegen Klöster und Jesuiten (1841 – 1848) gegen die Juden kein feindseliges Klischee ausgelassen. Dieselben hatten übrigens gemäss Verfassung von 1848 noch keine den Christen vorbehaltene volle Bürgerrechte als «geschworene Eidgenossen». Das 1862 im Aargau umstrittene Juden-Traktandum konnte aber durch die historisch einmalige Abberufung eines Kantonsparlaments lediglich um vier Jahre verschoben werden. Der Handelsvertrag mit Frankreich (1866) erzwang am Ende die Gleichstellung, wozu der Zurzacher Bundesrat Emil Welti massgeblich zur schlussendlich friedlichen Lösung beitrug.
Eine Fernwirkung dieser Geschichte erfolgte am 20. August 1893 mit der im Aargau am wuchtigsten angenommenen ersten Volksinitiative mit dem heiklen Schächtverbot, das im Aargau mit 85%, in Zurzibieter Gemeinden zum Teil fast einstimmig gutgeheissen wurde. Das Motiv dafür hatte wenig mit Tierschutz-Gründen.zu tun.
Metzger gegen das Schächtverbot
In meiner Heimatgemeinde Würenlingen votierten nur zwei Stimmberechtigte gegen das Schächtverbot: Mein Urgrossvater Beda Meier, Metzgermeister, und sein Sohn Fritz, genannt Beda Fritz, gestorben 1933. Beide waren, wie später mein Vater Fritz Meier und mein Bruder Urs Meier, mit der Familie Bloch eng verbunden. Nachweisbar haben die Gründerväter der über 150 Jahre existierenden Metzgerei Meier die Technik des Schlachtens ohne Betäubung ausgeübt. In den ersten Jahren des Verbotes mutmasslich durch Schwarzarbeit. Die enge Verbindung zur Familie Bloch existierte bis 1991, der Zeit des Baus des Schlachthauses im Althau. Diese Beziehungen hielten meinen Vater um die Jahre 1933 davon ab, sich von seinem einstigen Mitlehrling Hans Richner, Ennetbaden, einem lebenslang unbelehrbaren Fröntler, für die damalige Nationale Front anwerben zu lassen. Unvergessen bleibt für mich, wie Vater Sigmund wie schon zuvor Edmund Bloch jeweils an Sonntagabenden Vieh von Endingen nach Würenlingen brachte, an den Standort des späteren Wohnhauses von Urs und Therese Meier, wo damals eine Scheune mit Rossstall stand. Vater Bloch trug einen altmodischen Geldsack bei sich, gefüllt mit Silbermünzen, die er nach dem Brauch seines Urgrossvaters «Napoleon» nannte.
Zur Präzisierung von derlei Geschichten hat mich Jules Bloch für dieses Frühjahr zu sich in sein Heim nach Endingen eingeladen. Es hat nicht sollen sein. Unter den lebenden Blochs versicherte mir Bankier Max, sich regelmässig in Lengnau, Endingen, auch in Würenlingen aufzuhalten, um auch im Sinne seines lieben Bruders «dran» zu bleiben. Geschichtsbewusstsein wurde bei den Brüdern mit der Zeit Lebensinhalt. Der tapferen Witwe Raymonde, dem Sohn Marc Bloch und Tochter Esther Krammer mit Familien entbieten wir auch aus dem näheren und ferneren nichtjüdischen Umfeld unser herzliches Beileid. Desgleichen Max Bloch mit Familie und Nachkommen mit guten Wünschen für langjährige gute Gesundheit, damit wir uns umso besinnlicher an den guten Jules erinnern dürfen: Der Verstorbene war fürwahr das Monument eines Surbtaler Landjuden!
Ergänzung: Schädelstätte der Erinnerung
Auf traditionellen Judenfriedhöfen, so auch in Gailingen und Wangen, ist es übrlich, auf die Grabsteine je einen Gedenkstein zu platzieren. Eine «Schädelstätte der Erinnerung», wie der Philosoph Hegel sich über diese Art Gedenken äusserte. Dies sei mit unserem Beitrag, keineswegs mit einseitiger Familiengeschichte weder der Blochs noch der einstigen Metzger-Familie Meier aus Würenlingen zu verwechseln, im Sinne einer übergreifenden wirtschafts- und gesellschaftshistorischen Relevanz hiermit geleistet. Natürlich bedarf die Schächt-Geschichte in ihrer regionalen Konkretisierung beim Landjudentum genau so wie die zum Teil demagogischen Auseinandersetzungen um die bürgerliche Gleichstellung der Juden, die in den hauptsächlich betroffenen Gemeinden mit Interessenkonflikten verbunden war, einer zwar schon vielfach geleisteten, aber längst nicht ausgeschöpften historischen Vertiefung, bei der zum Beispiel das heutige Schlagwort «Integration» noch differenzierter erfasst werden müsste als heute üblich. Mit Recht weisen zum Beispiel profilierte jüdische Publizisten (William S. Schlamm, Hendrik M. Broder, David Klein) das Klischee zurück, dass die Muslime von heute sozusagen als die «Juden von einst» zu gelten hätten. Da kann nur gesagt werden: Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.
Offener Gesprächspartner in heiklen Diskussionen
Zu meinen über viele Jahre verteilten, seltenen aber verbindlichen Kontakten mit Jules Bloch gehört auch dessen von mir ausgeschlagene Bitte, bei einer öffentlichen Debatte um die 1994 mit 54% Ja-Stimmen angenommenen Rassismus-Strafnorm im Sinne einer demokratisch kontroversen Diskussion die Nein-Position zu vertreten, wozu Referenten mit akademischem Ansehen sich oft nur ungern zur Verfügung stellen wollten. Dabei war ich mit Jules absolut einig, dass die Juden weder im engeren noch im weiteren Sinne eine biologische «Rasse» seien wie das in Einsiedeln gezüchtete Ostschweizer Braunvieh oder die Holsteiner aus seiner Praxis des Viehhandels. Die wahre Ablehnung zum Beispiel nationalsozialistischer «Rasse»-Theorien bestand für mich in der Rückweisung des «Rasse»-Begriffs überhaupt, so wie die gleichfalls einst verhassten Jesuiten oder die Muslime bei deren Ablehnung als «Rassismus» gehandelt werden können. Auch die Palästinenser, ob muslimisch oder christlich, sind keine «Rasse». Ich verzichtete aber auf den Auftritt, weil Nicht-Befürworter solcher Gesetze jeweils
Bei solchen Diskussionen zeigte sich Jules Bloch jeweils offen und differenziert, im zwar nicht unverbindlichen Sinne liberal und gewiss nicht polemisch im Stil amerikanischer Anwälte, welche den Schweizer Juden nicht unbedingt die besten Dienste geleistet haben. Patriotismus und konkrete Heimatliebe jenseits von Phrasen waren bei der Familie Bloch stets verbindlich wie die Solidarität mit Israel, wo sich unterdessen auch Familienmitglieder niedergelassen haben. Jules Bloch aber hielt mit Gattin und Tochter den «Posten» in der engsten Surbtaler Heimat, die Kultusgemeinde und das örtliche Brauchtum inbegriffen auch noch zur Zeit, als die jüdischen Ortsbürgergemeinden Neu-Endingen und Neu-Lengnau mit der Kantonsverfassung von 1980 auch namentlich endgültig verschwunden waren., Diese Separat-Gemeinden waren damals ein Behelf zugunsten der alten Privilegien der christlichen Ortsbürger, die sich 1862 bei der Ausmessung eines christlichen und jüdischen Gemeindebannes in Endingen und Lengnau «enteignet» fühlten und gegen kantonale Geometer der regionalen öffentlichen Meinung in einem teilweise vergleichbaren Stil protestierten, wie wir es mittlerweile vom antisemitischen Teil der Palästinenserfreunde auch in Europa gewohnt sind.
Vom Zwiespalt der «Doppeltür» (Doris Leuthard)
Bei Familie Bloch und speziell Jules von einer «gut integrierten Familie» zu sprechen, strapaziert mutmasslich das heutige Verständnis und auch die gängige Praxis der Integration nicht nur in Deutschland seit Kanzlerin Merkel. Zu der Zeit, als sich etwa die Familie Blocher im bernischen Schattenhalb kostengünstig einbürgern liess, waren die Blochs schon gegen 150 Jahre im Surbtal verwurzelt, wenn auch im System Doppeltür und ohne volle Bürgerrechte, wenngleich trotzdem nicht ohne Privilegien für eine lebbare Existenz. Beim Auszug der grossen Mehrheit ihrer Glaubensgenossen aus Endingen und Lengnau, im 19. Jahrhundert vielfach zum wirtschaftlichen Nachteil der Surbtaler Christen, bewahrte ein harter Kern von ihnen eine Heimattreue, ohne die mutmasslich das jetzige klar auch judenfreundliche und für die einheimischen Kultur-Traditionen wertvolle Projekt «Doppel-Tür» wohl nicht möglich geworden wäre. Dies bestätigte auch die Todes-Anzeige des Vereins «Doppeltür» in der «Botschaft» zu Ehren des hochverdienten Jules Bloch.
Unter den in der «Botschaft» von Redaktor Dr. Thomas Ferber referierten Ansprachen bleibt über die Euphorie des «Endlich, endlich» von Vereinspräsidentin Esther Girsberger die besinnliche Bemerkung von alt-Bundesrätin Doris Leuthard mutmasslich überaus treffend, dass «die Doppeltüren für eine Form der Nähe, aber auch gleichzeitig der Trennung» stünden. Damit scheint mir ein realistisches Verständnis von «Integration» grundgelegt, siehe die oben erinnerte Bemerkung von Jules Bloch betreffs Anschaffung neuer Pfannen für den Fall einer Einladung zum Essen. Es war in seinem Fall eine situative Art des Nein-Sagens. Ich erinnere mich jedenfalls nicht mehr daran, was Jules bei der Klassenzusammenkunft im Restaurant Schartenfels zum Essen bestellt hat, ausser dass er zum Dessert sicher nicht Nein gesagt zu haben scheint.
Mit Julius Bloch halte ich eine Persönlichkeit in bleibender Erinnerung, deren Verdienste in geistiger Hinsicht nicht bloss die budgetierten 13 Millionen für das moderne, auch mit «Events» verbundene museale Projekt «Doppeltür» übersteigt, sondern in ihren Meriten für die Heimat ganz allgemein wie auch für das historisch bleibend denkwürdige einstige Landjudentum, wie beschrieben, beispielhaft «denkmalfähig» geworden ist, ohne dass mein sein Andenken in Stein oder Bronze zu verewigen brauchte. Das wahre Denkmal behält seinen Sitz im Herzen Menschen. Lieber Jules, du erwartest nun in Treue zu deinen Ahnen in gönnenswerter «ewiger Totenruhe» am «guten Ort» dein für menschliches Ermessen gewiss verdientes Eingehen in Gott! RIP
Hinweis auf weitere Blogs von Meier Pirmin
Peter von Matt: Genial eigenwillig, aber kein Literaturpapst
Fasten bis zum Tode – ein heikles Thema, der Reflexion würdig
Katholische Kirche: Verhältnisse und Proportionen einer Skandalgeschichte
Zum Tode der Autorin Ruth Schweikert (1965 – 2023)
„Banntagsgedanken“ über Verlegenheit in der Bürgerschaft
Karl Kloter – Ein Sozialist des Herzens
Schweizergarde - ein politischer Trumpf für das Land
Kritik – Eher eine Kunst als eine Wissenschaft
«Schnätterlig und Späck oder 9 Chatze us em Sack» - Bözbergimpressionen zum 1. August 2022
Was eine treffende Rede zur Bundesfeier ausmacht
Gedanken zum jahreszeitlichen „Computus“
Das musizierende Weltall nach Kepler
Uri - Eine vorbildliche Kantonsgeschichte
Peter Meier-Abt (1947 – 2021) – Arzt und medizinische Geistesgrösse aus dem Aargau
