Textatelier
BLOG vom: 13.01.2008

Stichwort „Satz“: Aphoristisch angehauchte Einzeiler

 
Autor: Emil Baschnonga, Aphoristiker und Schriftsteller, London
 
Gestern hatte ich eine Musse-Stunde und vertrieb mir die Zeit damit, Sätze zu drechseln. Also stellte ich meinen Denkhebel von Englisch auf Deutsch um – mit folgendem Ergebnis:
 
Zu viel wird umgesetzt, das besser abgesetzt würde.
 
Satzzeichen sind wie Handzeichen: Sie erleichtern den Sprachverkehr. 
 
Vorsatz kommt selten zum Nachsatz. 
 
Der Grundsatz verhält sich zum Leben wie der Grundbass zur Melodie. 
 
Dichterlob: Der Leser hebt Schätze aus seinen Sätzen. 
 
Dem Gedankensetzling entwachsen Sätze. 
 
Er zog es vor, im Kaffeesatz zu lesen. 
 
Viele Lehrsätze verenden in der Theorie. 
 
Satzverbindungen durchwellten seine Aussage.
 
Im Kettensatz verliert die Sprache den Atem. 
 
Wer Sprengsätze wählt, muss treffsicher sein. 
 
Mitten im Satzgewebe hockt eine Spinne und lauert auf Sprachschnitzer. 
 
Bald fehlt die Zeit, den Satz zu schreiben, bald der Platz, ihn zu drucken. 
 
Er sorgte für Ersatz und strich den Satz. 
 
Im Bodensatz des Zorns findet sich viel Wahrheitsgehalt. 
 
Ein Satzaufbau wie eine Himmelsleiter. 
 
Das Aufsatzthema ist für viele eine Strafaufgabe. 
 
Das Meisterwerk ist ein Zauberberg, aus Sätzen geschichtet. 
 
Vorsicht: Wörter können sich wie ein Aussatz verbreiten.
 
Hinweis auf weitere Aphorismen-Blogs von Emil Baschnonga
Hinweis auf weitere Blogs von Meier Pirmin
Jules Bloch (1947 – 2026) – Monument eines «Landjuden» im aargauischen Surbtal
Peter von Matt: Genial eigenwillig, aber kein Literaturpapst
Fasten bis zum Tode – ein heikles Thema, der Reflexion würdig
Katholische Kirche: Verhältnisse und Proportionen einer Skandalgeschichte
Zum Tode der Autorin Ruth Schweikert (1965 – 2023)
„Banntagsgedanken“ über Verlegenheit in der Bürgerschaft
Karl Kloter – Ein Sozialist des Herzens
Schweizergarde - ein politischer Trumpf für das Land
Kritik – Eher eine Kunst als eine Wissenschaft
«Schnätterlig und Späck oder 9 Chatze us em Sack» - Bözbergimpressionen zum 1. August 2022
Was eine treffende Rede zur Bundesfeier ausmacht
Gedanken zum jahreszeitlichen „Computus“
Das musizierende Weltall nach Kepler
Uri - Eine vorbildliche Kantonsgeschichte
Peter Meier-Abt (1947 – 2021) – Arzt und medizinische Geistesgrösse aus dem Aargau